Infos zu Job ablehnen

Auch als Bewerber können Sie einem Unternehmen eine Absage erteilen und den Job ablehnen.

Wenn Sie auf der Suche nach einem neuen Job sind, schreiben Sie vermutlich nicht nur eine Bewerbung. Stattdessen bewerben Sie sich in aller Regel auf viele verschiedene Stellen bei unterschiedlichen Arbeitgebern. Darunter werden ein paar Favoriten sein, während andere Stellen zwar ganz in Ordnung wären, aber nicht unbedingt Ihre erste Wahl sind.

Jedenfalls kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem Sie sich für einen Arbeitsplatz entscheiden. Nur: Wenn Sie einen Job annehmen, was wird dann aus den anderen Bewerbungen? Wie können Sie als Bewerber einem Arbeitgeber absagen? Wir erklären, wie Sie professionell einen Job ablehnen!

Bekommen Sie für Ihre Bewerbungen viel positives Feedback, ist das einerseits ein tolles Gefühl. Offensichtlich machen Sie vieles richtig. Sie können sich überzeugend präsentieren und Unternehmen sind an Ihnen interessiert. Fürs eigene Selbstbewusstsein ist das natürlich super.

Andererseits bringt Sie das aber auch in eine unangenehme Situation. Denn am Ende können Sie nur einen Job machen. Doch wenn Sie eine Stelle annehmen, müssen Sie jeden anderen Job ablehnen. Tatsächlich sollten Sie Bewerbungen, die sich erledigt haben, auch unbedingt wieder zurückziehen. Warum das so ist und wie Sie dabei am besten vorgehen, erfahren sie jetzt.

Warum es wichtig ist, einen Job abzusagen

Es mag zwar nach einem Luxusproblem klingen, wenn Sie die Wahl zwischen verschiedenen Angeboten haben. Nur muss eben auch ein Luxusproblem gelöst werden.

Die schlechteste Idee ist, einfach abzuwarten und darauf zu hoffen, dass sich die Sache von selbst löst. Vielleicht wird der eine oder andere Arbeitgeber noch absagen. Diese Bewerbungen hätten sich dann tatsächlich von selbst erledigt. Doch ein professionelles Verhalten ist das nicht. Und auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch nicht zu reagieren oder den Arbeitgeber hinzuhalten, gehört sich einfach nicht.

Vielleicht möchten Sie keinen Job ablehnen, weil Sie befürchten, dass das ein schlechtes Licht auf Sie wirft. Doch in Wahrheit ist genau das Gegenteil der Fall. Und dafür gibt es vor allem drei Gründe:

Höflichkeit

Stellen Sie sich für einen Moment vor, Sie wären der Personaler: Sie haben einen großen Stapel an Bewerbungen auf Ihrem Schreibtisch. Es kostet Sie durchaus viel Zeit, alle diese Unterlagen durchzuschauen. Irgendwann haben Sie eine Auswahl getroffen und entschieden, wer zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird. Gleichzeitig heißt das aber auch, dass Sie einigen Bewerbern mit vielversprechenden Unterlagen jetzt schon absagen mussten.

Doch dann meldet sich ein Bewerber einfach nicht mehr. Er lässt den Termin zum Vorstellungsgespräch kommentarlos platzen. Oder er erscheint zwar, ist aber unmotiviert und hat aber offensichtlich kein Interesse (mehr) an der Stelle. Vielleicht läuft das Bewerbungsgespräch auch gut und Sie fühlen sich in Ihrer Auswahl bestätigt. Beide Seiten sagen zu, Sie bereiten schon den Arbeitsvertrag vor und im letzten Moment springt der Bewerber dann doch noch ab.

Als Personaler stehen Sie damit wieder ganz am Anfang des Auswahlverfahrens. Die ganze Arbeit, die Sie sich bis jetzt gemacht haben, war umsonst. Solche Situationen sind nicht nur ärgerlich. Sondern Sie zeugen auch von großer Unhöflichkeit und Unzuverlässigkeit.

Fairness

Natürlich weiß ein Arbeitgeber, dass die Zusammenarbeit mit dem Wunschbewerber nicht zustande kommen kann. Genauso muss er damit rechnen, dass nicht jeder Bewerber höflich und zuverlässig ist. Und ihm ist durchaus klar, dass sich so mancher Bewerber im Zuge seiner Jobsuche auf Stellen bewirbt, die er eher als Übergangs- oder Notlösung sieht und weniger als Traumjob.

Die Folge davon ist, dass viele Unternehmen Bewerbern erst dann absagen, wenn sie den neuen Mitarbeiter schon eingestellt haben. Doch das führt gleichzeitig dazu, dass sich das Bewerbungsverfahren in die Länge zieht. Und in der Zwischenzeit hat der Mitbewerber vielleicht schon einen anderen Job angenommen, der womöglich nicht unbedingt sein Favorit war.

Dadurch, dass Sie den Job nicht ablehnen, obwohl Sie genau wissen, dass Sie ihn nicht haben wollen, nehmen Sie einem anderen Arbeitnehmer also möglicherweise die Chance auf seinen Traumberuf. Und das ist alles andere als fair.

Ihr guter Ruf

Bestimmt kennen Sie die alte Weisheit, dass man sich im Leben immer zweimal trifft. Vielleicht haben Sie vor, mit dem Unternehmen in Kontakt zu bleiben, falls später eine Stelle frei wird, die besser zu Ihren Vorstellungen passt. Oder Sie möchten sich einfach die Chance bewahren, sich hier irgendwann noch einmal zu bewerben.

Genauso ist möglich, dass Ihr Arbeitgeber mit diesem Unternehmen zusammenarbeitet. So würden Sie sich im Berufsalltag vielleicht begegnen. Für eine angenehme Zusammenarbeit sind das aber denkbar ungünstige Voraussetzungen.

Jemand, der als unzuverlässig, unhöflich und unprofessionell gilt, bekommt nicht unbedingt eine zweite Chance. Sagen Sie das Jobangebot hingegen zeitnah, freundlich und aus nachvollziehbaren Gründen ab, wird das Unternehmen Verständnis für Ihre Entscheidung haben. So bewahren Sie sich Ihren guten Ruf und halten sich alle Türen offen.

Wann Sie Ihre Bewerbungen zurückziehen sollten

Eine häufige Ursache dafür, dass Sie einen Job ablehnen müssen, liegt im Bewerbungsverfahren selbst. So arbeiten einige Unternehmen mit Bewerbungsfristen und fangen erst dann mit der Auswahl an, wenn der Stichtag erreicht ist und alle Bewerbungen vorliegen. Außerdem ist von Arbeitgeber zu Arbeitgeber verschieden, wie lange es dauert, bis die Bewerbungsmappen gesichtet und die Einladungen zu Vorstellungsgesprächen verschickt sind.

Deshalb kann es durchaus passieren, dass Sie schon bei ein paar Bewerbungsgesprächen waren und vielleicht sogar schon eine Zusage haben, während andere Firmen noch gar nicht auf Ihre Bewerbung geantwortet haben.

Natürlich kann sich in der Zwischenzeit auch bei Ihnen etwas verändern. Ihre familiäre Situation, etwas in Ihrem persönlichen Umfeld oder etwas im beruflichen Bereich, zum Beispiel. Die neue Situation kann dann dazu führen, dass Sie den jeweiligen Job nicht annehmen können oder wollen.

Genauso ist denkbar, dass Sie sich gegen den Job entscheiden, nachdem Sie beim Vorstellungsgespräch waren. Etwa, weil Ihnen das Betriebsklima nicht gefallen hat, Sie sich den Job anders vorgestellt hatten oder die Bedingungen (z.B. mit Blick auf die Arbeitszeiten oder das Gehalt) nicht passen.

Und zu guter Letzt ist möglich, dass Sie den Job von Anfang an nicht wollten. Aber Sie mussten sich eben bewerben, weil das eine Auflage vom Arbeitsamt oder Jobcenter war.

Was auch immer Sie dazu veranlasst, den Job abzulehnen: Teilen Sie dem Arbeitgeber Ihre Absage von sich aus mit. Und das frühzeitig. Wobei frühzeitig bedeutet, sobald Sie wissen, dass Sie den Job nicht annehmen werden.

Wie Sie am besten vorgehen, um einen Job abzulehnen

Ihnen ist also klar, dass Sie einen bestimmten Job nicht wollen. Ob Sie zu diesem Zeitpunkt schon eine Zusage für eine andere Stelle haben oder nicht, spielt keine Rolle. Diesen Job werden Sie nicht antreten. Folglich sagen Sie ab.

Damit stellt sich aber die Frage, wie Sie bei Ihrer Absage am besten vorgehen. Nun, grundsätzlich haben Sie zwei Möglichkeiten. Für welchen Weg Sie sich entscheiden, bleibt Ihnen überlassen.

Variante 1: telefonisch den Job ablehnen

Sie können in der zuständigen Abteilung anrufen und Bescheid sagen, dass Sie Ihre Bewerbung zurückziehen. So ein Anruf wirkt selbstbewusst und zeugt von Aufrichtigkeit. Außerdem sparen Sie nicht nur Zeit, sondern können sich sicher sein, dass Ihre Nachricht an der richtigen Stelle angekommen ist.

Allerdings wird Ihnen der Anruf vielleicht schwer fallen. Zumal Sie nicht wissen können, wie Ihr Gesprächspartner reagieren wird. Und Sie müssen mit Rückfragen rechnen, die Sie in Verlegenheit oder Erklärungsnot bringen könnten.

Variante 2: die Bewerbung schriftlich zurückziehen

Eine schriftliche Absage ist durchaus üblich. Auch Unternehmen sagen Bewerbern schriftlich ab. Sie hinterlassen damit gleichzeitig einen guten und professionellen Eindruck. Schließlich haben Sie sich die Zeit genommen und die Mühe gemacht, extra ein Schreiben aufzusetzen. Und statt spontan zum Hörer zu greifen, haben Sie sich Ihre Entscheidung aus dem notwendigen Abstand heraus gut überlegt.

Ihr Schreiben können Sie per Post an das Unternehmen schicken. Haben Sie die E-Mail-Adresse Ihres Ansprechpartners oder hatten Sie sich online beworben, können Sie die Absage auch per E-Mail übermitteln.

Wie Sie Ihre Absage gestalten

Haben Sie sich dazu entschlossen, den Job schriftlich abzulehnen, schreiben Sie einen Brief, der im Prinzip so ähnlich aufgebaut ist wie Ihr Bewerbungsschreiben. Nur dass Sie statt einer Bewerbung eben eine Absage formulieren. Ihr Schreiben enthält also folgende Elemente:

  • Briefkopf mit Ihrem Namen und Ihren Kontaktdaten
  • Name und Anschrift des Unternehmens
  • Datum
  • Betreff
  • Persönliche Anrede (Sie richten die Absage an den Ansprechpartner, an den Sie auch die Bewerbung geschickt hatten oder mit dem Sie das Bewerbungsgespräch geführt haben.)
  • Formulierung der Absage
  • Grußformel und Unterschrift

Sie können übrigens ruhig das Anschreiben Ihrer Bewerbung als Vorlage nehmen. So entsteht ein einheitliches Bild und der Empfänger kann Ihren Brief schnell zuordnen.

So formulieren Sie, dass Sie den Job ablehnen

Die eigentliche Absage können und sollten Sie eher kurz halten. Denn zum einen kann der Personaler so schnell erfassen, worum es geht. Und zum anderen wirken lange Erklärungen so, als würden Sie sich für Ihre Entscheidung rechtfertigen. Oder als hätten Sie ein schlechtes Gewissen, weil Sie absagen.

Sie müssen sich aber weder rechtfertigen noch entschuldigen. Sie haben sich gegen diesen Job entschieden und nun informieren den Arbeitgeber darüber. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr.

Und was heißt das konkret? Generell sollte Ihre Absage drei Elemente enthalten:

1. Dank

Wurden Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen oder hat das Vorstellungsgespräch schon stattgefunden, sollten Sie sich zunächst für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken. Immerhin hat der Personaler Zeit und Arbeit investiert, um sich mit Ihrer Bewerbung zu beschäftigen.

Haben Sie bisher noch keine Rückmeldung vom Unternehmen bekommen, können Sie den Dank natürlich weglassen. Zumal Sie dann nicht wissen, ob Ihre Bewerbung überhaupt schon bearbeitet wurde. In diesem Fall genügt es, wenn Sie nur erklären, dass Sie ihre Bewerbung zurückziehen.

2. Begründung

Eigentlich müssen Sie nicht begründen, warum Sie den Job ablehnen. Letztlich ist das ganz alleine Ihre Sache. Aber es macht einen guten Eindruck, wenn Sie eine kurze Erklärung abgeben. Außerdem stehen so die Chancen besser, dass Ihnen das Unternehmen die Absage nicht übel nimmt.

Verzichten Sie aber auf lange und ausführliche Begründungen. Ihr Schreiben soll in erster Linie einen informativen Charakter haben. Werden Sie außerdem nicht zu persönlich.

Orientieren Sie sich ruhig an den typischen Absage-Schreiben von Unternehmen. Darin werden Ihnen auch nicht die wahren Gründe für die Entscheidung gegen Sie genannt. Vielmehr bleibt es meist bei eher allgemeinen Formulierungen. So höflich und zugleich unverfänglich sollten Sie Ihre Begründung auch gestalten.

3. Bitte um Verständnis

Sie sollten verdeutlichen, dass es nicht Ihre Absicht war, dem Unternehmen Umstände zu machen oder gar Unannehmlichkeiten zu bereiten. Daneben können Sie anmerken, dass Sie es bedauern, dass jetzt keine Zusammenarbeit zustande kommt.

Gleichzeitig sollten Sie betonen, dass Sie sich Ihre Entscheidung nicht leicht gemacht haben. Und appellieren Sie trotz allem an das Verständnis des Unternehmens. Damit untermauern Sie Ihre Aufrichtigkeit.

Job ablehnen – ein Muster für Sie!

Als kleine Hilfestellung haben wir ein Muster vorbereitet, wie eine Job-Absage aussehen kann.

Ihr Name
Anschrift
Kontaktdaten

Name des Unternehmens
– Herr/Frau Ansprechpartner –
Anschrift

Datum

Rücknahme meiner Bewerbung vom … auf die Stelle als …

Sehr geehrte/r Frau/Herr Name,

vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung auf meine Bewerbung und das Vertrauen, das Sie mir damit entgegengebracht haben.

Die Stelle ist sehr interessant und ich hätte mich gerne dieser beruflichen Herausforderung gestellt. Ich bin sicher, dass ich mich in Ihrem Unternehmen wohlgefühlt hätte.

Nach reiflicher Überlegung habe ich mich jedoch dazu entschlossen, ein anderes Jobangebot anzunehmen. Dieses passt noch besser zu meinen beruflichen Zielen. Insbesondere auch deshalb, weil es sich um eine Vollzeitstelle handelt.

Es tut mir leid, wenn ich Ihnen Umstände bereitet habe. Dennoch bitte ich um Verständnis für meine Entscheidung.

Mit freundlichen Grüßen
Unterschrift

Fazit

Ein Unternehmen stellt einen Bewerber ein und sagt allen anderen Kandidaten ab. Andersherum müssen Sie genauso keine Bedenken haben, einen Job abzulehnen. Niemand hat etwas davon, wenn Sie aus einem falschen Pflichtgefühl heraus zum Vorstellungsgespräch gehen. Oder wenn Sie gar zusagen, um dann spätestens in der Probezeit wieder zu kündigen.

Spielen Sie mit offenen Karten. Wenn Sie feststellen, dass der Job nichts für Sie ist, sagen Sie ab. Und wenn Sie sich für eine Stelle entschieden haben, ziehen Sie die laufenden Bewerbungen zurück. Das ist höflich, professionell und fair. Und ein solches Verhalten zahlt sich am Ende immer aus.